Vermeidung von Pinholes

Pinholes treten vereinzelt und großflächig auf und können alle Guss-Stückbereiche befallen. Sie sind in vielen Fällen erst nach der mechanischen Bearbeitung, in jedem Fall aber mit freiem Auge sichtbar. Zur Vermeidung von Pinholes haben sich eine Reihe von Maßnahmen bewährt, von denen die Wesentlichen im Folgenden genannt werden.

Wesentliche Maßnahmen zur Vermeidung von Pinholes im Überblick:

  • Wasserstoffträger verringern, d.h. trockene Einsatzstoffe verwenden, stark rostige, ölige Einsatzmaterialien vermeiden.
  • In der Gattierung die Stickstoffträger (z.B. Stahlschrott) verringern, bei GJL eventuell Mindestgehalt an Titan (0,02%) beachten. Kreislaufmaterial möglichst gestrahlt einsetzen.
  • Wenn möglich, Sättigungsgrad erhöhen, Mangangehalt nicht höher als 0,4% Si einstellen, Aluminiumgehalte senken (nicht ≥ 100 ppm). Bei Anwesenheit von Titan wird die negative Wirkung von Aluminium noch verstärkt, bei Ti-Gehalten von 0,02% und Al-Gehalten von 0,01 bis 0,2% treten verstärkt Pinholes auf.
  • Impfmittel mit reduzierten Aluminiumgehalten einsetzen und auf entsprechend hohe Gießtemperaturen achten. Niedrige Gießtemperaturen verstärken die Fehlerneigung, was als Hinweis dafür angesehen wird, dass die Pinholebildung durch Oberflächenoxidation der Schmelze während des Gießens und Erstarrens verursacht wird.
  • Anschnittsystem so ändern, dass der Schmelze wenig Gelegenheit zur Oxidation gegeben wird; Fließwege verkürzen, Turbulenzen vermeiden
  • Bei Stahlguss den Wasserstoffgehalt der Schmelze durch intensives Kochen während der Frischperiode möglichst niedrig halten. Sorgfältige Vordesoxidation und kurze Gießzeiten gewährleisten, lange Fließwege vermeiden
  • Reduzierung der Schlackenbildung
  • Feuchtigkeitsgehalt im Formstoff verringern, Menge an Kernsandzulauf (Stickstoff, Harnstoff) verringern, eventuell Neusandauffrischung
  • Glanzkohlenstoffgehalt des Formstoffes überprüfen und ggf. optimieren, Glanzkohlenstoffbildner ggf. wechseln.
  • In kunstharzgebundenen Formen und Kernen eventuell Bindermenge reduzieren oder anderen Binder und/oder andere Katalysatoren einsetzen.
  • Formen und Kerne schlichten (stickstoffadsorbierende Sperrschlichten wie beispielsweise aus dem ASK Chemicals Produktprogramm), Wasserschlichten trocknen, Entlüftungen überprüfen und optimieren.
  • Eintrag von Speiserhilfsstoffen in das Formstoffsystem vermeiden.